Im Philosophieunterricht gab es neugierige Gesichter. Die Schülerinnen und Schüler der 6.3 durften im Rahmen des Themas „Tiere als Mitlebewesen“ Frau Kellner aus Köln von „Ärzte gegen Tierversuche“ begrüßen. Da der reale Besuch nicht klappte, wurden spontan die aktuellen Möglichkeiten der Digitalisierung ausgeschöpft.

Den Schülern wurde der Onlinevortrag „Tierversuche sind ethisch und wissenschaftlich der falsche Weg für medizinischen Fortschritt“ über eine Videokonferenz an die Leinwand projiziert. Anhand des Beispiels eines Glücksrads haben die Kinder begriffen, dass es sich bei Tierversuchen um ein reines Glücksspiel handelt. Da manche Tiere sich vielleicht genetisch den Menschen ähneln, es aber auf das Zusammenspiel der Gene ankommt und Tiere u.a. schon einen ganz anderen Stoffwechsel haben, kann es sein, dass sie etwas nicht vertragen, wir Menschen aber sehr gut. So wurde zum Beispiel Penicillin durch Zufall entdeckt. Hätte man es zuerst an Tieren getestet, wäre es nicht durch die Testphasen gekommen und in den Apotheken als Antibiotikum gelandet.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mittel an Tieren getestet wird, das sowohl Tiere als auch Menschen vertragen und dass durch alle Testphasen kommt, ist sehr klein. Und was im Tierversuch heute aussortiert wird, uns Menschen aber helfen könnte, erfahren wir so nicht.

Besonders gut fanden die Schüler die simplen Erklärungen. So wurde zum Beispiel das Argument, dass Affen den Menschen biologisch gesehen sehr ähneln und deshalb für Tierversuche benutzt werden, damit außer Kraft gesetzt, dass selbst eine Banane eine hohe genetische Übereinstimmung mit dem menschlichen Erbgut hat.

Im Jahr 2018 mussten fast drei Millionen Tiere in Laboren leiden und sterben. Dabei gibt es viele sinnvollere Methoden zu dieser kostspieligen und sehr grausamen Variante der Forschung.

Ein Beispiel sind Experimente, die in Zellkulturen durchgeführt werden. Bei den so genannten in vitro- Experimenten werden lediglich Reagenzgläser benutzt und Tiere bleiben weitgehend verschont. Diese Methoden liefern – anders als der Tierversuch – bereits heute humanrelevante Ergebnisse.

Frau Kellner war sehr begeistert über die vielen Fragen der Schülerinnen und Schüler. Die etwas andere, sehr moderne, Begegnung zwischen Schule und Wissenschaft, hat allen sehr viel Spaß gemacht und viele neue Erkenntnisse gebracht.

Digitaler Besuch von außerhalb „Ärzte gegen Tierversuche“ klären Schüler auf